Veggie in Taiwan - Teil I



*** Taiwan - ein Traum für jeden vegetarisch/veganen Feinschmecker ***
 
"Thailand?" - "Nein, Taiwan!" Schon so oft mussten wir unsere Freunde darauf hinweisen, dass es außer dem bekannten Thailand einen kleinen Inselstaat namens Taiwan gibt und dass diese Insel für uns eine der schönsten überhaupt ist.
Es ist das Ambiente, die Küche und - vor allem - die Menschen in Taiwan, die uns immer wieder hierher kommen lassen, seitdem wir 2012 zum ersten Mal zusammen das Land besucht haben.

Da viele von euch wahrscheinlich kein klares Bild von Taiwan haben, möchten wir dies ändern! Wir sind inzwischen fünf Mal nach Taiwan gereist und ich, Paul, habe auch mehrere Monate hier gelebt. Deshalb ist es etwas schwierig geworden, die vielen faszinierenden Eindrücke auseinander zu halten, die alle zu einem positiven Bild verschmelzen möchten. Aber dieses Gesamtbild wollen wir euch gerne vermitteln.

Zunächst wussten wir auch nicht wirklich, was wir von Taiwan halten sollten. Es gehört nicht zu den Ländern, in die viele der Bekannten reisen - in unserem Bekanntenkreis war vor unserer ersten Reise noch niemand dort gewesen. Man kennt Taiwan vielleicht noch aus der 90ern, als viele technischen Produkte "Made in Taiwan" waren - aber was sagt das über ein Land aus? Aus den vielen Reiseführern, die wir über die Jahre gelesen haben, sind uns vor allem zwei Dinge in Erinnerung geblieben, denen wir voll und ganz zustimmen: 1. Taiwan ist das perfekte Einstiegsland in Asien und 2. die Menschen hier sind das Highlight jeder Reise.

Für diejenigen, die noch nie in Asien waren, ist Taiwan deshalb so ein guter Einstieg, weil es einen Einblick in wichtige Aspekte der asiatischen Kultur und des Reisens in Asien ermöglicht, man aber trotzdem noch die Sicherheit hat, sich in europäisch anmutende Gefilde zurückzuziehen. Konkret findet man hier das Gewusel asiatischer Großstädte in Taipei oder Kaohsiung (inklusive greller Leuchtreklamen, Rollerscharen, Lärm und Dreck), Urwald in der Mitte, überall Tempel mit ihren Zeremonien, tropisches Klima im Süden, Strände (besonders schöne auf Peng'hu) und verschiedenste, erst einmal fremd wirkende Lebensmittel. Trotzdem ist es noch relativ sauber, sehr sicher (wenn man vom Straßenverkehr absieht) und wir haben nicht einen Fall erlebt, in dem uns ein Einheimischer abzocken wollte.

Berge in Zental-Taiwan
Wunderschöner Strand auf Chibei (Peng'hu)



Flussbett in den Bergen
Manchmal werden Wohnhäuser und Tempel auch kombiniert

Neben der Ehrlichkeit der Leute ist es vor allem ihre Freundlichkeit, die es uns angetan hat. Zugegeben, die TaiwanerInnen messen mit dreierlei Maß: Bist du Festland-Chinese: ganz schlecht! Bist du Asiate, aber kein Chinese, okay. Bist du Europäer, Amerikaner oder Australier: wahnsinnig toll! Deshalb haben wir schon einen Stein im Brett bei den Einheimischen. Nicht nur einmal wurden wir euphorisch in Geschäften begrüßt und uns wurde so viel zum Probieren angeboten, dass wir danach gar nichts mehr kaufen wollten - was übrigens auch nicht gefordert wurde. Doch warum ist das so? Alle TaiwanerInnen, die wir darauf angesprochen haben, antworteten das Gleiche: "Es ist so toll, dass ihr den weiten Weg aus Europa auf euch nehmt, um unsere kleine Insel zu besuchen!!! Ihr könntet euch für jedes Land der Welt entscheiden, aber ihr seid nach Taiwan gekommen, das ist toll!"

Dass man hier als europäischer Tourist noch etwas Besonderes ist, verhilft einem nicht nur zu vielen Gratisproben, das Land ist auch einfach ursprünglicher, weniger durch Tourismus verändert, als viele andere Länder in (Südost-)Asien. Man kommt also an den meisten Orten noch unverfälscht mit einheimischer Kultur in Kontakt - auch beim Essen. Natürlich geht auch Taiwan den Gang der Globalisierung, was es einem einfach macht, mal auf westliches Essen auszuweichen, wenn einem der asiatische Geschmack zu viel wird - was wir aber ehrlich gesagt nie gemacht haben, denn die Auswahl an verschiedenen asiatischen Speisen ist so groß und vielfältig, dass es mich auch nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Taiwan nicht zu europäischem Essen hingezogen hat. Gerade das vegetarische und vegane Angebot ist sehr groß, lediglich die Sprachbarriere macht es oft schwer, zu bekommen, was man möchte. Deshalb hier nur eine kleine Auswahl an Speisen, die wir besonders lieben gelernt haben - mit Bildern zum Vorzeigen, falls ihr mal in Taiwan auf der Suche sein solltet:

Was essen? (wo Vorsicht geboten ist, erfahrt ihr im zweiten Teil des Artikels)

Zuckerapfel auf dem Markt
Zuckerapfel. Eine in Deutschland fast unbekannte Frucht, die man geschmacklich als Mischung aus weicher Banane und süßem Apfel beschreiben könnte - aber am besten selbst probiert! Die grüne Schale der weichen Frucht wird aufgerissen und das Fruchtfleisch am besten mit einem Löffel gegessen - die schwarzen Kerne einfach wieder ausspucken, oft bekommt man dazu direkt eine Tüte mit. ACHTUNG: Es gibt zwei unterschiedliche Sorten, deshalb unbedingt auf die weiche Schale achten.

Papaya. Zuhause in Deutschland sind wir keine großen Südfrüchte-Fans, allein schon wegen der schlechten Ökobilanz, aber auch wegen des oft langweiligen Geschmacks. Nach einigen Tagen hier gönnen wir uns aber eine erfrischende Papayamilch auf einem Nachtmarkt. Danach konnte ich, Paul, kaum mehr an einem dieser Stände vorbeigehen, ohne mir so einen leckeren Drink zubereiten zu lassen - auch wenn ich manchmal die leichtere vegane Variante nur mit Chrushed Ice und Frucht bevorzugt habe. Am besten das Ganze ohne Zucker (sprich etwa "u tang") bestellen, die Papaya ist süß genug.

Ananas. Auch die Ananas sind vor Ort viel leckerer als in Deutschland. Es gibt sie schon fertig geschnitten günstig an vielen Marktständen zu haben. Auch wenn oft vor geschälten Früchten gewarnt wird (hygenische Bedingungen beim Schälen und Lagern), haben wir in Taiwan nur gute Erfahrungen gemacht.

Kokosnuss. In Taiwan wird die Kokosnuss nicht ganz so universell verarbeitet wie auf Hawaii, sondern vor allem als Trink-Nuss verkauft. Sie sind überall zu finden, "direkt vom Baum" kann man sie allerdings am besten an der Südspitze genießen, zum Beispiel am Southernmost Point oder zum Sonnenuntergang an der Baisha Beach (die Nüsse gibts am südlichen Parkplatz).

Wachsapfel. Hatten wir lange verschmäht, weil sie fast wie deutsche Äpfel aussehen. Wir dachten einfach nicht, dass sich da ein besonderer Geschmack verbirgt. Einmal haben wir aber von einer AirBnB-Besitzerin einen Karton geschenkt bekommen mit den Worten: "Ich bin über's Wochenende weg, esst das bitte auf." Danach war uns klar, dass der Geschmack viel frischer als bei deutschen Äpfeln ist, irgendwie wässriger und trotzdem mit viel Aroma! Unbedingt probieren!

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