Veggie in Taiwan - Teil 3

Nachdem wir euch im ersten Teil einen kurzen Überblick über die Taiwan und die Situation für Vegetarier dort gegeben haben, war der zweite Teil dieses Artikels den vegetarischen und veganen Köstlichkeiten gewidmet, die man in Taiwan finden kann. Im dritten und vorerst letzten Teil geht es nun darum, euch die besten Adressen für vegan-vegetarisches Essen zu nennen.


Wo essen?
Straßenstände. An vielen Stellen trifft man auf Straßenstände. Diese sind oft "echte" Imbissbuden, also kleine Restaurants, die sich bis auf die Straße ausgebreitet haben. Meistens aber sind es die bekannten asiatischen Lastenräder, die einen eingebauten Kocher haben, und von denen verschiedenste Speisen verkauft werden. Da sie immer wieder den Standort wechseln, können wir leider keine genauen Tipps geben außer: Augen auf und probieren! Im Gegensatz zu vielen anderen asiatischen Ländern sehen wir hier kaum hygienische Probleme - jedenfalls nicht so gravierende, dass man nach dem Essen mit negativen Folgen rechnen müsste. Uns ist das taiwanesische Essen auf unseren drei Reisen immer gut bekommen. Mit der goldenen Traveler-Regel, die besagt, dass man sich bei Unsicherheit immer an den Stand mit der längsten Schlange d.h. dem größten Zulauf anstellen sollte, könnt ihr auf keinen Fall etwas falsch machen.

Nachtmärkte. Wenn die Taiwaner abends ausgehen wollen, dann gehen sie auf Nachtmärkte. Meistens sind sie sehr bunt, riechen alle paar Meter komplett unterschiedlich und man fühlt sich gut aufgehoben in dem Gedränge, durch das sich immer mal wieder ein Roller quetscht. Überall findet man interessante Gerichte ohne Fleisch, frisches, geschnittenes Obst oder Süßspeisen wie frittierte Oreos oder sogar frittierte Milch! Ein Besuch auf den Nachtmärkten ist ein absolutes Muss, um sich als echter Taiwaner zu fühlen! Es gibt mehrere bekannte Nachtmärkte in jeder Stadt, also einfach raus und ein bisschen rumlaufen, oder aber eine kurze Google-Suche. Empfehlen können wir den Nachtmarkt in Kenting (da gibt es abends auch nicht viel anderes), am Longshan-Tempel in Taipei (hier wirkt das Ganze etwas verrucht, ist es aber nicht) und den Shilin-Market im Norden Taipeis.

Shave Ice-Buden. Gibt es auch viele gute in Taiwan, günstig ist es sowieso eigentlich überall. Besonders beliebt bei Locals ist das 高雄婆婆冰 (Popoice) in Koashiung. Wir persönlich empfehlen außerdem die ganze Straße in Kaohsiung, die zum Fähranleger der Fähre nach Cijin führt (Binhai 1st road) und - für diejenigen unter euch, die gleichzeitig eine Panoramasicht über die Berge Zentraltaiwans haben möchten diesen Ausichtspunkt empfehlen, an dem ihr sehr leckeres Eis genießen könnt.


Pizza von Bellini Pasta Pasta
Restaurants. Da wir auf unseren Reisen zu 99% in den vielen kleinen Büdchen gegessen haben, können wir die Restaurant-Kultur eigentlich kaum beurteilen. Das liegt auch daran, dass es richtige Restaurants traditionell nicht zu geben scheint, denn so möchte man die mit Plastikhockern ausgestatteten Lokale eigentlich nicht nennen. Restaurants bei denen man einen Tisch reservieren muss und am Empfang begrüßt wird, gibt es in den größeren Städten natürlich schon, aber nur für die gehobene Mittel- und Oberschicht.
Schokotorte wie in Europa

In Taipei waren wir einmal in einer echten Pizzeria (Bellini Pasta Pasta), die extrem schick war und gutes, wirklich europäisch schmeckendes Essen hatte. Die Pizzen waren mit Käse (was es ja in Asien fast nirgends gibt) bestreut und der Boden kross gebacken. Unsere Bedienung sprach besser Englisch als wir und lief die ganze Zeit mit einem Headset rum. Selbst der Schokokuchen zum Abschluss konnte mit jeder deutschen Conditorei-Torte mithalten. Die Preise waren natürlich dementsprechend, das heißt sie waren auf normalem europäischen Niveau mit umgerechnet 10 Euro pro Pizza etc.





Pizza von Grazie
Auf der anderen Seite waren wir ein paar Jahre später nochmal in einer anderen Pizzaeria (Grazie im Carrefour in Taipei), die leider ein Reinfall war und wo es statt Käse eine komische weißlich Soße auf der Pizza gab.





Jia Na Tingyuan in Kenting
In Kenting können wir ein gutes taiwanesisches Restaurant (Jia Na Tingyuan) empfehlen, aber wie auch in Deutschland besteht die Speisekarte in "gutbürgerlichen, gehobeneren" Restaurants meist aus vielen Fisch- und Fleischgerichten. Das Ambiente ist allerdings wirklich sehr stilvoll-modern, es gibt Wein (!) und der Besitzer kümmerte sich selbst um seine Gäste.

-> Siehe auch unter Bars weiter unten.



Minder Vegetarian - vegane Imbisskette
Kleine Lokale, Imbissbuden, Garküchen. So richtig wissen wir nicht, wie wir die Lokale, in denen wir essen, zusammenfassend benennen sollen. Manchmal würden wir gerne "Frühstücksbar" sagen, weil wir wie zum Beispiel hier (Taipei Longshan) super gut gefrühstückt haben, entdecken dann aber nachts, dass der Laden 24 Stunden geöffnet zu haben scheint. Empfehlungen auszusprechen sind auch deshalb schwer, weil die Küchen oft eben nur das kochen können, was verfügbar ist, sodass es sein kann, dass an einem Tag wunderbare vegane Gerichte angeboten werden und am nächsten dann fast nur Fleisch. Auf ein paar Lokale ist aber Verlass, besonders wenn es sich um buddhistische Imbisse handelt. Leckere vegane Rollen bekommt ihr hier (Taipei Longshan) und um die Ecke (ca. hier im 2. Stock) könnte ihr auch mal richtig essen gehen. In Kaohsiung empfehlen wir besonders  einen kleinen buddhistischen Imbiss, ein kleines, von zwei netten Damen geführtes Restaurant in der Nähe des 85 Towers oder einen Bun-Shop, der aber auch viele Fleisch-Sachen verkauft. Hier gibt es verschiedene gebratene Gerichte, Dumplings und Buns. Fast noch besser in dieser Hinsicht ist aber die oben genannte Frühstücksbar (Taipei Longshan) oder aber ein alter Mann in der Ximen Street nahe am Lin Family Mansion. Etwas mehr Richtung "richtiges" Restaurant geht es hier auf einer kleinen Insel, die zur Inselgruppe der Pescadoren (Peng'hu) gehört. Hier können wir vor allem die Langauberginen empfehlen. Wem es nichts ausmacht, in eine ein bisschen westlichere Schnellrestaurant-Kette zu gehen, kann sich bei Minder Vegetarian sattessen.

Gemischtes Büffet im Minder Vegetarian

Bun-Shop in der Ximen Street in Taipei














Cafés. Wir haben ein zwiespältiges Verhältnis zu Cafés in Taiwan. Einerseits genießen wir die oftmals andere Interpretation davon, was ein Café zu sein hat, andererseits vermissen wir auch manchmal das gemütliche Kaffee & Kuchen von zuhause. Inzwischen hat Taiwan aber beides zu bieten, weshalb wir uns freuen, abwechseln zu können. Natürlich gibt es auch viele große Coffeeshop-Ketten, davon auch einige einheimische, aber meist koreanische und amerikanische, und Coffee-to-go in eigentlich allen 7elevens und Family-Marts. Wer das wie wir vermeiden möchte, dem stehen viele kleine und Kleinst-Cafés zur Auswahl. Sehr bekannt ist hier das Fong Da, weil sie Kaffee aus 100% taiwanesischen Bohnen anbieten und verschiedene Arten der Zubereitung, darunter Siebträger, Filter und - sehr angesagt in Taiwan - Syphons. Die gläsernen Armaturen sehen nicht nur wunderschön aus, es ist auch ein echtes Erlebnis, den Kaffee durchlaufen zu sehen, wobei ich geschmacklich immer noch den Siebträger-Kaffee bevorzuge. Den gibt es auch aus sehr fachmännischen Händen in diesem Stehcafé in Kaohsiung. Wenn der Besitzer da ist, kann man auch ein angeregtes Gespräch auf Englisch führen. Und wenn ihr dann schon mal da seid, empfehlen wir euch, mit der Fähre überzusetzen. Nicht nur, weil ihr auf der Insel einen schönen Strand, ein altes Fort und eine tolle Aussicht über die Stadt habt.
Vietnamesischer Kaffee auf Cijin
Sondern auch, weil ihr, nachdem ihr mit den zunächst kostenlosen Leihfahrräder eine Tour über die Insel gemacht habt, hier vietnamesischen Kaffee auf vietnamesische Art von vietnamesischen Händen zubereitet bekommt. Zu viel Vietnam in Taiwan? Finden wir nicht! Dieser auf süße Kondensmilch tropfende Kaffee mit leichter Vanillenote ist auf jeden Fall einen Versuch wert. (Gibt es aber auch z.B. hier in Stuttgart.) Wem dann noch nach essen zumute ist, kann sich gleich um die Ecke vegan stärken. Zu guter Letzt möchten wir noch ein Café empfehlen, das so etwas Ähnliches wie "Pain d'épices" macht - ein Kuchen, der zwischen zu trocken und sehr lecker schwankt. Vor allem, wenn man auf dem Weg zum Flughafen in Taoyuan Halt macht, kann man sich im "Choco" kurz stärken, den Tempel am Ende der Straße anschauen und - wenn man länger bleibt - in einem der veganen / vegetarischen Restaurants um den Tempel herum essen gehen, zum Beispiel im 阿和潤餅城.

Café im Songshan Creative Park in Taipei
Das wohl schönste Ambiente bietet ein geschichtsträchtiges Gebäude in Taiwan im Songshan Creative Park in Taipei. Eher modern ist es hingegen im Crown Fancy in Kaohsiung und wer es wirklich stylisch mag, ist im Twenty Twelve Taste gut aufgehoben. Insgesamt setzen viele taiwanesischen Cafés Maßstäbe, wenn es um moderne Innenarchitektur geht!



Baby sleeps three days - hart aber wirkt
Bars. Viele Bars haben wir nicht von innen gesehen. Und eigentlich gehören sie schon deshalb nicht in diese Liste, weil es dort kein Essen gibt und schon gar kein vegetarisches. Aber vier Bars haben es uns trotzdem angetan und diese wollen wir euch nicht vorenthalten. Zunächst hier in Kenting. Die an das Restaurant angeschlossene Bar bietet, ohne direkt am Meer zu sein, ein gehobenes Strandbar-Ambiente und viele verschiedene Alkoholika. Als wir dort waren, hatten wir das Glück, dass der junge Barmann sehr motiviert war und uns allerlei Drinks probieren ließ. Besonders angetan war er von einer Kreation, die er mit "Baby sleeps three days" übersetzte. Er stellte drei Shot-Gläser mit jeweils drei Schichten Alkohol vor jedem ab. Die Mischungen pro Glas schmeckten total unterschiedlich, von wirklich brennendem Schnaps über einen süßen Likör bis hin zu einer Mischung von beidem. Sehr lecker. Und auch der Name enttäuschte nicht: Cori hatte drei Tage lang eigentlich keine Lust mehr, aufzustehen und mindestens drei Wochen wollte sie keinen Tropfen Alkohol mehr trinken. Am nächsten Abend waren wir trotzdem wieder in einer Bar, der wir wegen eines super restaurierten und zur Bar umfunktionierten VW-Bus nicht widerstehen konnten. Die Bar ist an der Baisha-Bay am Nordende.


VW-Bus-Bar in Kenting

Deutsche Geschichte im Julius Mannich Haus in Tainan

Echte Deutsche im Julius Mannich Haus
Für mehr Heimatgefühl geht ihr am besten in einen deutschen Biergarten im Julius Mannich Haus in Tainan. Hier gibt es außer deutschem Bier noch ein paar Informationen über unser Heimatland. Das ganze ist draußen eher tropischer Biergarten und innen sehr stilvoll aus der Kolonialzeit.

Lokal gebrautes Bier von "Le Blé d'Or"













Wer einheimisches Bier trinken möchte, dem empfehlen wir ein Brauhaus der Brauerei "Le Blé d'Or" in Taipei. Was sich französisch anhört, ist durch und durch aus Taiwan und schmeckt richtig lecker. Für jeden Geschmack ist ein lokal gebrautes Bier dabei.

Veganes Frühstück im Dalukuan Hotel
Hotels. Frühstück in Hotels ist ja als Vegetarier oder Veganer oft so eine Sache: Man kann sich mit Kaffee oder Tee begnügen, manchmal noch einen Toast mit Marmelade oder Margarine runterwürgen und das war's dann. Da viele Hotels in Taiwan traditionelles Frühstück anbieten, ist hier die Auswahl schon besser.
Allerdings werden für ausländische Gäste auch gerne in ihren Augen typisch europäische Speisen wie Ham & Eggs aufgetischt. Deshalb am besten vorher informieren, wie das Frühstück aussieht.


Maracuja zum Frühstück im Kingdom Hotel in Kaohsiung
Wir hatten sogar einmal das Problem, dass wir mehrfach mit Übersetzer am Vorabend ein traditionelles Frühstück bestellt hatten und dann am nächsten Morgen doch wieder Baked Beans und Würstchen vorfanden - so unglaublich scheint es manchen Taiwanern, dass Europäer wirklich asiatisch essen möchten. Inzwischen ist aber auch das Personal in diesem Hotel verständnisvoller, weshalb wir es gerne empfehlen. Besonders in den heißen Monaten kann man den Wasserpark nebenan zur Abkühlung nutzen. Wer darauf Lust hat, ist im Dalukuan Hotel genau richtig. Weitere gute Früstücksmöglichkeiten mit viel frischem Obst und einer insgesamt großen Auswahl bieten das zentral in Kaohsiung gelegene Kingdom Hotel und (für den prallen Geldbeutel) das Silks Place Taroko. Es ist außerdem mit einem fantastischen Infinity-Pool ausgestattet, der eine atemberaubende Aussicht auf den Urwald des Tarokko-Nationalparks bietet.
Blick vom Infinity-Pools des Silks Place Taroko
Pool-Landschaft im Dalukuan Hotel

Wasserspiel und Whirlpool im Innenhof des Dalukuan Hotels



Nusshops. Immer wieder sieht man Läden, die von gerösteten Nüssen über Bonbons bis hin zu getrockneten chinesischen Heilmittelpflanzen alles verkaufen. Viele dieser Geschäfte haben sich inzwischen mehr auf Süßigkeiten spezialisiert, aber es gibt auch noch traditionellere Shops, von denen wir eigentlich alle empfehlen können, aber nur zwei hier verlinken, da der alte Besitzer uns gestattet hat, beim Erdnuss-Röstvorgang dabei zu sein und Fotos zu machen. Zum Abschluss hat er uns dann noch eine handvoll frisch gerösteter Nüsse geschenkt - und dass, obwohl wir nur mit Händen kommunizieren konnten. Vielen Dank!
Der andere Shop hat es wegen der Aussicht verdient, genannt zu werden und weil es hier die besten schwarzen Erdnüsse gibt. 
Toiletten mit Strandblick - und schwarzen Erdnüssen ums Eck


Nussshop auf Cijin

Nussmischung im Teigmantel - seeeeehr lecker!!

Fruchtshops - Smoothies. Überall gibt es Obst zu kaufen, doch es gibt Geschäfte, die haben eine riesige Auswahl, zum Beispiel hier in Kaohsiung. Besser fanden wir aber die kleineren Läden, die zwar nur ein paar Obstsorten führen, dafür aber Smoothies oder Shakes zubereiten. Besonders an heißen Tagen ist das eine tolle Erfrischung.


große Frucht-Auswahl an einem Straßenstand

Wachsäpfel (links), Mangos in verschiedenen Farben, Drachenfrüchte und Papayas

Kleiner Smoothie-Shop in Taipei, hier


Märkte vs. Supermärkte. Lange Zeit dachten wir, es gäbe außer den kleinen Shops (7eleven, Family Mart, ...) gar keine Supermärkte. Wir hatten den Eindruck, dass alle Taiwaner ihre Einkäufe entweder kurzfristig in diesen kleinen Läden erledigen, oder aber auf den Markt gehen. Inzwischen wissen wir: So unrecht hatten wir gar nicht. Zwar wächst die Bedeutung von großen Supermärkten oder auch Shopping-Zentren in den großen Städten (zum Beispiel Carrefour in Taipei, im Norden Taipeis im Miramar Hotel, oder auch Carrefour im Süden Kaohsiungs), aber den größeren Andrang kann man immer noch auf den vielen Märkten des Landes erleben. Egal ob in einer schönen Markthalle (zum Beispiel in Taichung - allerdings mit viel Fisch) oder aber unter freiem Himmel werden alle möglichen und unmöglichen Waren angeboten. Die meisten von euch werden wahrscheinlich wie wir selten so untergebracht sein, dass sich selbst Kochen anbietet. Nicht nur, weil das Essengehen nicht viel teurer ist, sondern auch weil es - wenn man selbst kocht - doch wieder so schmeckt wie zuhause, haben wir das meist vermieden. Falls ihr es aber trotzdem nicht lassen wollt: Auf allen Märkten findet ihr allerlei bekanntes und unbekanntes Gemüse und alle nur erdenklichen Obstsorten. Auf dem Markt hier in Kaohsiung gibt es außerdem zum Beispiel noch leckere frische Pasta.
Interessant sind diese Märkte auch, ohne dass man was kauft, alleine um die ganzen Menschen anzuschauen und ihre Technik zu bewundern, mit überladenenen Rollern scheinbar mühelos durch die Menge zu fahren. Die Taiwaner vergleichen gerne Preise und Qualität. Deshalb ist es auch nicht verwerflich, sich viel zeigen zu lassen und dann doch nichts zu kaufen. Das geht bei den Einheimischen sogar so weit, dass sich ganze Straßenzüge gebildet haben, in denen fast jedes Geschäft auf die gleichen Waren spezialisiert ist.
Pasta-Produktion in einer Markthalle in Kaohsiung

Bioläden. In Taipei und Kaohsiung wächst die Anzahl an Bioläden, langsam aber stetig. Besonders erfolgreich scheint hierbei Cotton Field zu sein. Wir fühlen uns auch gleich wohl in den Lädchen und müssen über viele deutsche Produkte grinsen, die hier mit chinesischen Schriftzeichen angeboten werden. Etwas mehr Tradition als diese Ladenkette hat noch das deutsche (!) Reformhaus in der Unterführung des Hauptbahnhofs in Taipei. Wer sich wirklich nach Hause sehnt (ging uns nie so), findet hier ein Stückchen heiles Deutschland. Abgesehen davon gibt es, ähnlich wie bei den Cafés, immer mehr kleine Lädchen, die biologische Produkte in sehr stylischem Ambiente für die Großstadt-Bewohner anbieten. Auch hier ist Taipei Spitzenreiter, aber auch der Norden Kaohsiungs hat einige solcher Shops zu bieten.
Deutscher Malzkaffee in Taipei

Bio-Supermarkt mit Reformhaus-Flair


Welche Besonderheiten in Bezug auf vegetarische und vegane Ernährung gibt es in Taiwan?
Zunächst ist die Situation in Taiwan für Vegetarier und auch für Veganer relativ gut. Durch eine große buddhistische Community gibt es viele Menschen, die fleischfrei leben. Besonders in der Nähe von großen Tempeln hat man also gute Chancen, vegane Restaurants oder Imbissbuden zu finden (zum Beispiel am Longshan Tempel).
Die Sprachprobleme sind hier für ein so entwickeltes Land ziemlich groß, wenn ihr nicht Mandarin sprecht. Selbst in den großen Städten, findet man sich oft in Restaurants, Supermärkten oder auch Imbissbuden wieder, in denen keine Person außer euch Englisch spricht. Im HSR, dem Hochgeschwindigkeitszug, haben wir beim Durchschauen des Menüs diese hilfreichen Bilder gefunden:

Vegetarisch auf Chinesisch
Vegan - leider schlechte Qualität, da im HSR abfotografiert

Ovo-Lacto Vegetarisch



Abgesehen von der Sprachbarriere gibt es aber auch ein paar Problemchen, mit denen man rechnen muss auf der Suche nach fleischfreiem Essen. Zum Beispiel ist hier für viele "vegetarisch" etwas anderes als für uns. Oft wird Schweinefett zum Braten verwendet, auch wenn die Speise vegetarisch aussieht und auch als solche verkauft wird. Andererseits werden oft Produkte auf Nachfrage als "nicht vegetarisch" bezeichnet, obwohl sie kein Fleisch und auch keine anderen Tierprodukte enthalten. Wir haben eine Weile gebraucht, um zu verstehen, wieso: Für die buddhistischen Taiwaner geht es nicht nur darum, kein Fleisch zu essen, sie vermeiden ebenso alle Speisen, die Zwiebeln oder Knoblauch enthalten, weil diese beiden Zutaten in ihrem Glauben dazu führen, dass die Lebenssäfte zu sehr in Wallung geraten. Hilfreiche Links bietet wie so oft Wiki, besonders unter "Taiwanese traditions".
Große Supermärkte gibt es relativ wenige in Taiwan. Diese sind dann meistens europäische oder amerikanische Marken. Dort findet man natürlich viele uns bekannte Veggie-Produkte. Viel, viel, viel häufiger trifft man aber auf kleine bis kleinste 7eleven- und Family-Mart-Shops, die gibt es wirklich an fast jeder Ecke. Darin allerdings etwas Vegetarisches zum Essen zu finden - von Süßigkeiten und Nüssen einmal abgesehen - gestaltet sich als schwierig. Manchmal hatten wir Glück und es gab in Algen eingewickelte Reisdreiecke ohne Fleisch, aber sonst findet man meistens nur eine fleischlose Fertigsuppe (Geschmacksrichtung "Kimchi").
Ganz anders ist die Situation in vielen Imbissbuden. Hier kann man von einem reichhaltigen Büffet auswählen und außer vielen Gemüse-Sorten gibt es auch verschiedenste Arten von Tofu oder Seitan. In richtigen Restaurants, besonders auf dem Land, ist es wiederum schwieriger, etwas Vegetarisches oder Veganes zu essen zu bekommen. Zwar wird hier auch meist mit viel Gemüse gekocht, wichtiger traditioneller Bestandteil ist aber trotzdem Fleisch vieler verschiedener Tiere und - ganz wichtig auf einer Insel - Fisch. Wer das wie wir umgehen möchte, sieht sich mit einem doch relativ ortsspezifischen Problem konfrontiert: Der Fürsorglichkeit der Köche. Selbst wenn wir mit jemandem, der für uns übersetzt hat, im Restaurant saßen, wollte sie uns partout nicht "einfach nur verschiedene Gemüse" bringen - so, wie wir verstanden, weil sie Angst hatten, es könnte uns nicht schmecken. Ein weiteres Problem für sie waren wahrscheinlich auch die verschiedenen Definitionen von "vegetarisch" (s.o.).
Insgesamt sind wir hin- und hergerissen bei der Bewertung. Spontan möchten wir Taiwan für seine vielfältige vegetarische und vegane Küche und die vielen leckeren Naturprodukte 5 von 5 Sternen geben. Durch die vielen Problemchen besonders in den kleinen Supermärkten und mit dem Schweinefett mussten wir schweren Herzens ein paar Punkte abziehen und kommen somit zu einem Gesamtergebnis von 3,5/5.
















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